Durchaus, es gibt die Notwendigkeit der Darstellung, denn es gibt das Sehen. Mein Auge nimmt einen Gegenstand wahr und durchdringt ihn, doch das Bild wird so gefiltert, wie es meine anerzogene Übereinkunft erzwingt. Im Alltag ist das selektive Sehen eine nützliche Angelegenheit, aber es beschneidet die Vielfältigkeit einer möglichen Wahrnehmung auf ein Minimum. Gut, das ist notwendig, um bei Grün über die Straße zu gehen. Doch das Mysterium ist allgegenwärtig, unentflechtbar verwoben mit dem Gegenstand und es ist so, dass ich eigentlich darstellen will, was nicht darzustellen ist. Jede Wand, jedes Weinglas, jede Fliege ist eingebunden im Wesen von Gegenstand, Benennbarem und Unbenennbarem, Erkennbarem und Unerkennbarem. Es muss also der Kunstgriff gelingen, etwas in der Art zu inszenieren, dass es uns erklärtermaßen als Mysterium gegenübertritt. So ist das Geheimnis. Eine Anstrengung gleich Sisyphos, der Stein kommt niemals oben an, aber das Rollen ist wie ein abgeschossener Pfeil, eine Richtung, die auf etwas Anderes verweist. Solange ich den Stein in seiner Ordnung anerkenne, muss ich ihn rollen, und gerade diese Ordnung erlaubt es von einem Geheimnis zu reden, sind es doch die zwei Pole, aus deren Wechselspiel sich überhaupt erst das jeweils Andere erkennen lässt.
Mit Texten (chronologisch) von
Peter Rautmann, Alexandra Glanz, Carsten Ahrens, Rolf Thiele, Thomas Deecke, Hans-Joachim Manske, Ludwig Zerull, Rolf Bier.
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